Sie befinden sich hier:

Auf gute Nachbarschaft


Was ist Mischkultur?

 

Stellen Sie sich einen Spaziergang in einer idyllischen Sommerlandschaft vor. Viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten formen das Bild dieser unbelassenen Natur. Nirgends wächst nur eine einzige Pflanzenart, lebt nur ein bestimmtes Tier. In der Natur gibt es keine Einheitsflächen wie die Monokulturen unserer Maisäcker und Fichtenwälder.

Tiere und Pflanzen leben miteinander und ernähren sich voneinander. Dadurch werden dem Boden die Nährstoffe nicht einseitig genommen.

 

Beobachtungen zeigen, dass bestimmte Pflanzenarten in der Nachbarschaft mit anderen besser oder schlechter gedeihen, als wenn sie alleine wachsen. Sie geben Wirkstoffe ab, die über Wurzeln, Blätter, Blüten oder Früchte andere Pflanzen gut oder schlecht beeinflussen können. Man könnte sagen, dass es Pflanzen gibt, die sich „mögen“ und andere, die sich „unsympathisch“ sind.

 

Der Biogärtner überträgt diese Beobachtungen auf seinen Garten, indem er nicht nur eine einzige Gemüseart anbaut, sondern mehrere nebeneinander, die sich „vertragen“ oder sogar ergänzen. Bestimmte Nachbarschaften wirken dabei sogar vorbeugend gegen Krankheiten und wehren Schädlinge ab, chemische Schädlingsbekämpfungsmittel werden überflüssig.

 

Pflanzen ernähren sich auch unterschiedlich und geben verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel dem Boden wieder ab. So entsteht ein ständiges Geben und Nehmen; die Erde wird nie einseitig überbeansprucht.

 

Vorteile

  • Massenhafte Schädlingszunahme kann verhindert werden.
  • Weniger Unkraut durch dichte Anbauweise.
  • Die Blätter schatten den Boden ab und schützen seine Feuchtigkeit vor Verdunstung.
  • Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel werden überflüssig.
  • Der Boden wird nicht, wie bei der Monokultur, einseitig ausgelaugt.
  • Durch gute Flächenausnutzung gibt es Mehrerträge

 

Gute und schlechte Nachbarn

 

Wie auch in der Tabelle zu sehen ist, gibt es Nachbarschaften von Pflanzen, die günstig sind und andere, die nicht zu empfehlen sind:

 

  • Möhren und Zwiebeln nebeneinander vertreiben gegenseitig die Möhren- bzw. Zwiebelfliege.
  • Kapuzinerkresse und Tomaten halten Läuse von Obstbäumen fern,
  • Senf, Salbei und Thymian werden von Schnecken gemieden und schützen vor dem Kohlweißling,
  • Knoblauch hilft gegen Mehltau und andere Pilzerkrankungen,
  • Lagert man Äpfel und Kartoffeln in einem Raum, behindert die Äthylenausscheidung reifer Äpfel das Auskeimen der Kartoffeln,

 

Im Gegesatz dazu:

  • Wermut hemmt das Wachstum von Zitronenmelisse, Salbei, Fenchel oder Kümmel, selbst bei 1 Meter Abstand.

 

Weitere Beispiele in der Tabelle am Ende der pdf-Datei.

 

Zum Ausprobieren

 

Beispiel 1:

Im Frühjar auf einem 1,20 Meter breiten Beet als mittlere Reihe Kohlpflanzen setzen (Blumenkohl, Weißkohl o. ä.). Rechts und links davon je eine Reihe Radieschen oder Rettich mit Kresse, Dill, Borretsch oder Kerbel gemischt.

1.Ernte:

Radieschen und Kresse, es entsteht Platz für Salatköpfe.

2.Ernte:

Salatköpfe, der Kohl kann sich jetzt ausbreiten.

Wenn noch Platz ist, Wintersalat oder Spinatpflanzen setzen.

 

Beispiel 2:

In der Mitte des Beetes mit genügend Abstand zwei Reihen Frühkartoffeln pflanzen. Dazwischen, rechts und links je eine Reihe Spinat und Radieschen. Am Rand: nichtrankende Kapuzinerkresse. Bis die Kartoffeln Platz brauchen, sind der Spinat und die Radioeschen geerntet. Die Kapuzinerkresse kann als Salat gegessen werden. Nach der Kartoffelernte können in abwechselnden Reihen Grünkohl und Lauch als Wintergemüse angebaut werden.

 

TIPP

Um den Boden optimal zu nutzen, müssen die Erntezeiten zeitlich unterschiedlich sein.

 

Flach- und tiefwurzelnde Pflanzen passen gut zusammen.

 

Schmetterlingsblütler wie z. B. Bohnen und Erbsen als Gründüngung aussäen (Stickstoffknötchen in den Wurzeln).

 

Düngung bei Flächen für Stark- und Mittelzehrer mit verrottetem Mist oder organischem Dünger, alle anderen nur mit Kompost.

 

Über der Erde sollen Blätter und Stängel genügend Platz haben. Schlanke Pflanzengestalten wechseln mit buschig breiten (Kohl  und Schnittsalat).

 

Literatur:

 

1)G. Franck:Gesundheit durch Mischkultur, Verlag Boden u. Gesundheit

2)Franck:       Der Mischkultur-Garten, Verlag s. o.

3)Kreuter:      Der Biogarten

4)Heynitz/Merckens: Das biologische Gartenbuch



Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: