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Werden Schwarzstorch und Milan der Windkraft geopfert?


Gemarkung Kelberg


Gemarkung Mannebach

Mit Erschrecken und großer Empörung mussten Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Vulkaneifel und der Bürgerinitiative Sturm im Wald in den vergangenen Wochen feststellen, dass durch unsachgemäße Forstarbeiten insbesondere der Schwarzstorch in den Wäldern der Verbandsgemeinde Kelberg stark in Bedrängnis geraten ist. An vielen Stellen, die möglicherweise zur Windkraftnutzung geeignet sind, wurden nicht nur Horste der Schwarzstörche freigestellt. Auch andere Greifvogelarten sind von den Forstarbeiten betroffen.

Wäre es nur ein einzelner Fall, so könnte man von Versehen sprechen, aber an mindestens fünf verschiedenen Stellen gleichzeitig lassen es nicht mehr zu, von Zufall zu sprechen. In allen Fällen wurden Fichten und Tannen bis unmittelbar an den Horstbaum gefällt und die Horste so zumindest immer nach einer Seite freigestellt.

Der Schwarzstorch selbst reagiert sehr empfindlich auf Störungen und so ist es nicht verwunderlich, dass für die Horste keine Besetzung durch einen Schwarzstorch nachgewiesen werden konnte. Der Storch wurde erfolgreich von seinem Horst fern gehalten. Er sucht sich ein Ausweichquartier, was die Eiablage und Brut durchaus um drei bis vier Wochen verzögern kann. Die Folge ist, dass die Jungtiere im Herbst unter Umständen nicht kräftig genug sind, die lange Reise in den Süden zu überleben.

Unverständlich ist die Verharmlosung dieser Fälle durch das Forstamt Hillesheim, das für den Bereich der VG Kelberg zuständig ist. Der Schwarzstorch genießt höchsten gesetzlichen Schutz. Um so mehr müssten die Revierförster darauf bedacht sein, die Horste rechtzeitig vor einem Holzeinschlag auszumachen und entsprechende Abstände einzuhalten. Aber dies ist offensichtlich nicht geschehen.  Hier stellen wir gravierende Mängel in der Ausübung der forstwitschaftlichen Praxis fest.


Die BUND-Kreisgruppe Vulkaneifel hofft, dass das zuständige Forstamt Hillesheim hier nicht in vorauseilendem Gehorsam Wegbereiter sein will für eine in diesem Punkt fragwürdige Energiepolitik des Landes. Der erforderliche Ausbau der Windenergie darf nicht zu Lasten dieser europaweit gefährdeten und geschützten Vogelarten gehen, schon gar nicht durch eine oberflächliche und nur auf Gewinn ausgerichtete Holzwirtschaft der Kommunen. Diese Art des Vorgehens ist nicht nur ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Es bringt auch die Energiewende und die Planungssicherheit der Kommunen nicht voran.“

Die betroffenen Schwarzstorchpärchen werden sich in der Nähe - in derselben Gemeinde oder der Nachbargemeinde - neue Nester suchen. Durch ständig wechselnde Horste werden Windkraftplanungen erschwert oder sogar Vorhaben benachbarter Kommunen zunichte gemacht.

Die BUND-Kreisgruppe Vulkaneifel fordert die Verantwortlichen in den Gemeinden und  Forstämtern, die Windkraftplaner und die Privatwaldbesitzer auf, den Schutz der durch Windkraft gefährdeten Vogel- und auch Fledermausarten ernst zu nehmen, Brutplätze den Naturschutzbehörden zu melden und jedem Verstoß gegen Naturschutzrecht entgegenzuwirken. Viele, vor allem ehrenamtlich Aktive der Naturschutzverbände beobachten im ganzen Land genau, ob beim Ausbau der Windenergie der Artenschutz beachtet wird.

Dieses Vorfälle belegen eindeutig, wie dringend eine überregionale Steuerung für die Errichtung von Windkraftanlagen notwendig ist.



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